Endspurt durch Gewitter und Sturm

Endspurt durch Gewitter und Sturm

26. Dezember 2025 Aus Von Tramp

Ragusa

Auch wieder mit gutem Wind geht es Richtung Marina di Ragusa. Das sind 35 Meilen, die Marina ist sehr schön und wir liegen an der gleichen Stelle wie im Vorjahr, wieder neben dem gleichen bayerischen Boot, das auch gerade für den Winter reingekommen ist.

Für uns geht es nach einer Nacht und der üblichen Sucherei nach einem guten Restaurant (wie so oft leider erfolglos) am nächsten Morgen in aller Frühe los. Wir müssen uns sputen, denn im Laufe des Nachmittags soll ein großes Starkwindfeld aus Nordwesten kommen, mit Windgeschwindigkeiten von über 35 Knoten, das wäre dann kein Genusstrip mehr.

 

Gewitter und 50 Knoten Wind

Front mit Starkregen und reichlich Blitzen

Auf dem Weg beginnt es aber um uns herum immer dunkler zu werden und die ersten Blitze zucken über den Himmel. Eine Gewitterfront liegt direkt vor uns und es gibt keinen Weg drumherum.

Wir laufen also aus, Kaffee bzw. Tee gibt es erst als wir schon Kurs auf Licata gesetzt haben. Eigentlich war das Schlechtwetter erst für Nachmittag angesagt und wir sollten bis 12 Uhr im Hafen sein.

Das Wetterradar zeigt ordentlich Wind und wir können auch auf unserem Radar schon die Front sehen. Plötzlich nimmt der Wind zu, es fängt an zu regnen und das Gewitter tobt sich so richtig aus.

Es trifft uns nicht unvorbereitet, aber der Wind klettert auf über 40 Knoten und in Böen auf bis über 50. Das ist Windstärke 11! Aber unter Motor können wir gut dagegenhalten und auf diese Weise werden wir auch die lästigen Seepocken los, die sich in Siracus eingenistet hatten. Nach einer Stunde ist alles vorbei, die See läuft noch etwas nach, aber als wir in Licata ankommen scheint schon wieder die Sonne.

 

Gutes Gefühl

Was die Fahrt aber hinterlässt ist das Gefühl, dass unser Boot solche Bedingungen ohne Zucken meistert. Damit geht aber auch einher, dass wir keinen Stress haben, auch nicht bei diesen Bedingungen. Klar, mal kurz 50 Knoten ist noch kein richtiger Sturm und die Welle war auch nichts. Aber wir denken, dass wir trotzdem in das Boot vertrauen können. Mal sehen, was die nächten Törns so bringen.

 

Angekommen

Wir liegen wieder an unserem angestammten Steg und die Community heißt uns willkommen, als ob wir nicht weggewesen wären. Das ist das schöne an Licata und sorgt dafür, dass so viele jedes Jahr wiederkommen. Wir organisieren die wichtigsten Dinge, wie immer fehlt es uns an Zeit, aber bald sind wir soweit, dass wir das Boot liegen lassen und Richtung Berlin aufbrechen können.