Bastia und Sommer an Bord

4. Juli 2015 0 Von Tom
This entry is part 2 of 5 in the series Reise Frankreich 2015

Ja, auch bei uns ist es langsam Sommer geworden. Als wir in Alicante im April gestartet sind, waren die Temperaturen noch ziemlich im Keller. Kaum über 20° brauchten wir nachts noch einen Fleece und hätten uns über die Mütze gefreut, die hinten im Kofferraum des Autos schlummerte. Deshalb hatten wir uns in Palma noch extra 2 neue Mützen gekauft, falls es nachts bei den Überfahrten kalt würde. Seither liegen die Mützen im Schapp und wurden nicht mehr gebraucht. Aber es ist weiterhin Brauch, die schweren Segelsachen vor dem Start rauszulegen, auch wenn wir sie bisher (fast) nie gebraucht haben. Sicherlich spielt das Mittelcockpit mit festem Dach und Frontscheibe auch eine Rolle dabei.

Jetzt ist es schon eher ein Problem, dass man kaum noch Schatten findet. Insbesondere auf den sowieso nervigen Motorstrecken ohne Wind kann es recht heiß werden. Der kühlste Ort ist da, wo Pelé es sich gemütlich gemacht hat. Wieso er trotz der Wärme immer noch freudig begeistert ist, wenn wir ihm die Schwimmweste anlegen, bleibt wohl sein Geheimnis.

Gestern sind wir in Bastia angekommen. Wir haben aus Sentimentalität im „Vieux Port“ angelegt, der von der Altstadt umschlossen ist. Wir liegen kaum 20 m von der Stelle entfernt, auf der wir vor mehr als 25 Jahren unter Fallböen von den Bergen Anker geworfen hatten und einen Mistral ausgestanden hatten.

Dieser Teil des Hafens wird jetzt offensichtlich derzeit nicht mehr genutzt, heute tummeln sich zahllose Kinder und Jugendliche im Wasser, direkt unter dem Schild „BAIGNADE INTERDITE“. Strom und Wasser sind aber noch vorhanden, vielleicht kann man in der Hochsaison dort auch noch liegen.

Gestern war es recht warm, die Einheimischen sprachen von „La Chaude“, wir haben die Klimaanlage rausgekramt. Damit können wir die Achterkabine auf ein erträgliches Niveau kühlen, sicherlich aber ein Luxus, den wir nur gelegentlich nutzen werden. Denn schließlich wollten wir Sonne und Wärme!

Heute Nacht übrigens, so gegen 1:20 Uhr wurden wir von den wild schlagenden Fallen geweckt, die ich vergessen hatte nach achtern zu binden. Von den Bergen schossen wieder Fallböen herunter, so wie damals. Unsere Nachbarn waren hektisch damit beschäftigt, das Sonnensegel zu bergen, ich habe die Falle nach achtern gebunden.

Heute morgen ist es schon wieder recht warm, daher bleibt vormittags etwas Zeit fürs Bummeln in der Stadt, heute nachmittag werden wir wohl etwas an der Homepage basteln. Joggen oder ähniche Aktivitäten fallen wegen der Temperaturen eher aus. Auch das Einkaufen wird sich in Grenzen halten, der nächste große Supermarkt ist fast 20 km entfernt und hier sind die Preise recht ordentlich.

Wir haben jetzt auch das letzte Teil unserer Identität montiert, eine neue Funkanlage von Furuno RO 4800, mit AIS-Empfänger. Ich hatte noch keine Zeit zum Ausprobieren , werde aber berichten, wie sie im Detail funktioniert. Das Anschließen ging in Minuten, alte Anlage raus, vier neue Löcher gebohrt und die Stecker rein. GPS Position wurde automatisch erkannt, alles Bingo.

Neben uns liegt ein französisches Schiff mit Kojencharter. Dort findet gerade der Crewwechsel statt, Unmassen von Gepäck türmen sich auf dem Vordeck. Gestern abend haben die Nachbarn irgendetwas Leckeres mit viel Knobi gekocht, ich hab mein kaltes Würsten lieber etwas verdeckt gegessen, ging auch nur darum, den Hunger zu stillen. Und Pelé hat das Ende der Wurst auch geschmeckt.

Heute gehts zum Shoppen, endlich weiße Klamotten, die schwarzen T-Shirts kochen mich gar.

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