Ideen aus 3 Monaten

8. August 2015 0 Von Tom
This entry is part 10 of 10 in the series Reise Griechenland 2015

Wir haben ja sozusagen Halbzeit unserer Reise, Zeit für ein kleines Resumé. Alles wie immer subjektiv und unverbindlich.

Zeit

Sicher, wir haben viel mehr Zeit als die meisten Chartercrews. Und wir nehmen uns diese Zeit. Oft haben wir in den Häfen gesehen, wie die Crews nachmittags/abends ankommen und am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder auslaufen (müssen). Klar, das ist nötig, wenn man ein bstimmtes Ziel am Ende der Reise erreichen will/muss. Wir bleiben dann oft mit den anderen Langzeitreisenden im Hafen, man lernt sich kennen, man kann „Land und Leute“ besser kennenlernen. Zudem treiben uns ähnliche Probleme um wie die Einheimischen. Bleiben wir ein oder 2 Wochen an einem Ort, lernt man zwangsläufig auch den Bäcker, den Bootshändler, den Mann/die Frau von der Ferreteria kennen. Selbst im Supermarkt wird man wiedererkannt. Das vermittelt einem eher das Gefühl ein bisschen dazuzugehören. Aber dann ist man auch wieder weg. Nach einigen Tagen drängt es uns auch immer wieder auf See, Wind und Wasser rufen und wir wollen wieder etwas anderes sehen. Einige Städte haben es uns mehr angetan, hier wären wir auch noch viel länger geblieben. Dazu zählen Alicante, Palma, Alghero und Mahon. Das waren auch die Plätze, wo wir meist 1 bis 2 Wochen waren.

Wenn wir unsere Reise bisher betrachten, so fällt auf, dass wir in den ersten Wochen sehr zügig unterwegs waren. Erst in Menorca haben wir innegehalten und sind zurück nach Mallorca. Dort lagen wir lange vor Anker und haben alles auf uns wirken lassen. Seitdem haben wir einen anderen Rhythmus, bleiben häufiger mehrere Tage und reisen langsamer. Ganz wie es sich anbietet.

Foto/Film

Ich fotografiere und filme ja wirklich gerne. Bei den Fotos orientiere ich mich an den Perspektiven und Einstellungen, die ich bei anderen Leuten beobachtet habe (und die mir gefielen). Dicht ran, Details abbilden und Aktion. Auf dem Boot sind da die Möglichkeiten sehr begrenzt. Genaugesagt 15.8 m von vorne nach hinten und 4.1 m von BB nach STB. Dazu gibt es auf der Festplatte noch Bilder vor Anker oder am Steg. Fotos oder gar Videos der fahrenden Yacht habe ich nicht und die wird es wohl auch kaum geben. Selbst wenn ich unser Dinghi zu Wasser lassen würde und nebenher fahren wollte, wäre das kaum möglich. Zwar kommt unser Beiboot auf Flachwasser ins Gleiten, aber auf See ist die Welle zu hoch und ich würde nie Schritt halten. Abgesehen davon wäre es einfach zu nass, um die Fotoausrüstung mit an Bord des Tenders zu nehmen. Auch die Drohne kann bei 10 Knoten Wind und 5 Knoten Fahrt nicht mithalten. Deshalb gibt es keine solchen Fotos oder Videos. Pro’s nehmen da schon mal einen Heli zu Hilfe, sicher schöne Aufnahmen aber doch unerschwinglich. Also muss ich da noch Basteln. Mal sehen was die 2. Hälfte da noch möglich macht.

Zu den Bildern selber muss ich sagen, dass die Lichtverhältnisse ganz anders sind, als ich sie gewohnt bin. Die Sonne steht die meiste Zeit des Tages so hoch, dass die Reflexionen, auch durch die Wellen, völlig ungeordnet und wild sind. Ich habe mich an einen Tipp aus einem Forum erinnert, keine Bilder zwischen 10 (besser 8) und 17 Uhr. Das begrenzt die Möglichkeiten für gute Fotos doch sehr. Was mir hier half, war ein Pol- oder Polarisationsfilter. Auch das stammt aus Foren, aber es stimmt. Ich kannte die Bilder noch aus Filmzeiten, die meisten Ansichtskarten sind mit diesen Filtern gemacht worden, meist wirken die Wolken etwas kitschig und alles ist recht knallig. Die Digitalkameras gleichen diese Effekte recht wirkungsvoll aus, die Bilder haben aber weniger mit den Reflexionen zu kämpfen und mittlerweile sind alle meine Objektive mit Polfiltern ausgestattet. Das hilft übrigens auch auf den Landausflügen.

Ich habe probeweise versucht von unserem Boot aus andere Schiffe zu fotografieren. Aber (glücklicherweise) kommt man anderen Booten meist nicht so nah, dass vernünftige Bilder dabei herauskommen. Das bleibt eine Herausforderung.

Vom Grundsatz her sind sicherlich auch Grauverlaufsfilter sehr sinnvoll, da der Himmel immer sehr hell ist (bisher hatten wir fast jeden Tag Sonnenschein) und Boot oder Landschaft davon überstrahlt werden. Die Kameras gleichen das je nach Belichtungsmodus (mehr oder weniger) aus. Es bleibt aber immer ein Kompromiss zwischen überbelichtetem Himmel und unterbelichtetem Objekt. Man kann das zwar nachbearbeiten, aber vom Grundsatz her gehen immer Details verloren, ich werde auch das auf dem 2. Teil der Reise mal probieren und berichten.

Es gibt noch eine ganz Reihe Weisheiten, die ich gerne loswerden will und schlaumeierisch berichten werde. Wer noch weitere Ideen hat, ist gerne eingeladen mich zu unterstützen. Danke auch für den Hinweis auf die neue „personal drone“, die bis zu 40 km schnell sein soll. Das wäre sicherlich eine interessante Lösung, kommt aber erst im Februar 2016 zur Auslieferung, man wird sehen.

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