Takt und Rhythmus

15. Mai 2015 0 Von Tom
This entry is part 7 of 11 in the series Reise Balearen 2015

In den ersten Tagen unserer Reise sind wir sehr zügig unterwegs gewesen. Nach dem Ablegen in Alicante haben wir Ibiza und Mallorca im Eiltempo abgehakt. Keine Zeit für uns, das Schiff oder „Land und Leute“. Als wir dann in Menorca waren, hat uns unser Tempo eingeholt. Viele Dinge sind an uns, im wahrsten Sinne des Wortes vorbeigerauscht.

Also zurück zu dem Punkt, an dem wir den Faden verloren hatten.

Zurück in Porto Pollensa haben wir uns Zeit genommen, das Boot näher kennenzulernen. Die Falle klariert, die Beschläge vom Flugrost befreit, unter Deck hin- und hergeräumt, so langsam wissen wir, wo wir etwas finden. Auch die Buchstaben unseres Heimathafens sind wieder aufgetaucht, Zeit für ein paar Fotos und Überlegungen, warum die Bilder alle so flau sind.

Wir nehmen uns jetzt mehr Zeit, haben aber noch nicht das Gefühl, dass wir unseren Rhythmus gefunden haben.

Langsam tingeln wir die Ostküste nach Süden, meist vor Anker bei Nacht, preiswert und sehr angenehm.

Porto Collom ist unsere nächste Station, laut Hafenführer, den wir erst später finden, ein Ort, der dem großen Tourismus entgangen ist. Wir können das nur bestätigen, ein bisschen wie Venedig und Florida Keys zusammen. Leider ist das Wasser, das wir dort tanken ziemlich salzig, das wird uns noch eine Weile verfolgen, 1500 l sind eine ganze Menge. Aber die Haare sind angenehm weich nach der Dusche.

Apropos Haare, heute war der Frisör dran. In der dritten oder vierten Reihe vom Hafen in Palma entfernt war eine Pelluqueria Caballeros. Der Barbier konnte auf eine lange Tradition von Frisuren zurückblicken, einige inzwischen vergilbte Zeitungsauschnitte zeigten den Guten im damals bereits stolzen Alter von 68 Jahren in der regionalen Presse. Fleißig war er noch immer, davon zeugten zahlreiche Residuen in dem Salon. Ohne Schi-Schi hat er sich meiner Haarpracht angenommen, nach 20 Minuten werde ich mit dem mallorquinischen Standardschnitt wieder ins Freie entlassen. Er hat ganze Arbeit geleistet.

Zwischenzeitlich wurde unsere Fock zur Reinigung abgeholt, mal sehen, wie sie in einer Woche aussieht, wenn wir sie wieder an Bord nehmen können. Der Generator sagt immer noch keinen Ton, dafür habe ich Freundschaft mit dem türkischen Mechaniker und seinem britischen Chef geschlossen, die heute den ganzen Tag auf dem Boot ein und aus gingen.

Das Geputze geht noch weiter, in 2 Tagen kommen unsere erssten Besucher, und dann soll alles glänzen, innen wie außen.

Palma ist ziemlich teuer, aber wir haben endlich unser Unterscheidungszeichen, in Kürze sind wir Delta-Charlie-Kilo-Golf zwei, ich freue mich schon.

Heute sind unsere Stegnachbarn Richtung Malta ausgelaufen: ein Deutscher und ein Brite, wie er im Buche steht. Unsere guten Wünsche sind mit ihnen, immerhin sind bis zu 45 Knoten vorhergesagt, das wird auch für die beiden eine Herausforderung werden. Der Proviant stimmt zumindest, beim Bunkern haben wir 4:1 zu Gunsten von Bier gezählt, da fielen auch die drei Tüten Lebensmittel nicht ins Gewicht.

Pele macht sich im Allgemeinen gut, nur noch selten erhebt er seine Stimme, er gewöhnt sich sogar an andere Hunde, das lässt hoffen.

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