Wieso kann nicht jeder Tag so wie heute sein, besonders (vor-)gestern.

7. Mai 2015 0 Von Tom
This entry is part 8 of 11 in the series Reise Balearen 2015

Wir sind wieder auf Mallorca, zurück.

Am Morgen vor dem Auslaufen nach Sardinien hatte ich ein ungutes Gefühl. Die Nacht wenig geschlafen, bestimmt einerseits die Aufregung, andererseits „weiß der Geier“.

Wir sind also los, zunächst kein, dann guter Wind, Entscheidung südlich von Menorca zu passieren.

Dann kam uns ein komisches Boot entgegen, Segler mit 3 Leuten an Bord, der direkt auf uns zuhielt.

Wir weichen aus, er wendet mit. Auf dem anderen Boot totale Hektik, schließlich sind wir vorbei, die anderen machen eine Wende nach der anderen und treiben langsam gen Mallorca.

Dann ist der Wind ganz weg, Motor an. Das hält für Stunden an, das Nageln des Diesels ist nach 5 Stunden Flaute nervtötend. Als ein Hauch Wind von achtern kommt, setzen wir den Gennacker. passt auch nicht und beim Bergen rauscht das Fall aus. Super Tag.

Wir entschließen uns, nach Menorca zu fahren, in Mahon ist aber keiner mehr, der uns einen Liegeplatz geben will, da schon Feierabend, wenn wir ankommen würden.

Also nach Ciutadella, ist sowieso näher. Nach 2 Stunden Segeln gegenan mit gereffter Fock und wenig Höhe, wieder Motor an und ab in den Hafen. Dort meldet sich auch keiner auf Funk, also telefonieren, der Marinero sei schon zu Hause, wir sollten uns auf einen freien Platz legen. Um den Tag zu krönen haben wir dann mit der Schraube die Mooring gefangen, Tauchgang, Mordshektik und dann nach 2 Stunden endlich fest.

In dem Hafen setzt ein tierischer Strom, bis Mitternacht quer zur Liegerichtung von See her, anschließend in umgekehrter Richtung. Das zerrt an den Festmachern, das Geräusch zerrt an den Nerven. Wieder wenig geschlafen, am nächsten Morgen wollen wir uns nach Mahon verholen. Schaukeltour vor dem Wind, um etwas Abstand zur Küste zu bekommen also Wende.

Und dann bekommen wir langsam Sonnenschein auf dem neuen Bug, das Schiff läuft super am Wind und wir haben Kurs auf Mallorca. Wenn das kein Wink des Schicksals ist.

Also pfeiffen wir auf Sardinien und nehmen wieder Kurs auf Mallorca, Alcudia erreichen wir nach einem wundervollen Segeltag mit genügend heißem Wasser für eine Dusche. Vor dem Hafen kann man wunderbar ruhig ankern und wir können mal wieder richtig erholsam schlafen.

Sardinien ist zwar in weiter Ferne, aber wir haben ja noch reichlich Zeit.

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